
Geb. am 18. Oktober 1932
in Kaunas in der Familie des Architekten Vytautas Landsbergis-Þemkalnis und der
Augenärztin Ona Jablonskytë-Landsbergienë. In der Heimatstadt hat er die Mittelschule
und die J.-Gruodis-Musikschule absolviert. 1950-1955 Studium am Staatlichen Konservatorium
in Vilnius.
1952, noch während des Studiums, begann er seine pädagogische Tätigkeit und beschäftigte sich damit bis März 1990. Lehrte an der M.-K.-Èiurlionis-Musikschule in Vilnius, am Pädagogischen Institut Vilnius, am Staatlichen Konservatorium sowie in dessen Fakultäten in Klaipëda Klavier. 1968 Dissertation zum Thema "Die Kompositionen von M. K. Èiurlionis". Professor der Litauischen Musikakademie (1978). 1994 Habilitation.
V.Landsbergis ist Politiker sowie Historiker zu Kunst, Musik und Kultur. Veröffentlichte 15 Bücher, worin am meisten die Werke von M. K. Èiurlionis dargelegt sind und in den letzten Jahren die politischen Fragen Litauens und die internationalen Fragen analysiert werden. Publizist, Gesellschaftsfunktionär. Lange Zeit war er Mitglied der Verwaltung und des Sekretariats des Litauischen Komponistenverbandes. Vorsitzender der M.-K.-Èiurlionis-Gesellschaft.
Ist 1975 mit dem Staatlichem Preis Litauens für die Monographie “Werke von Èiurlionis” ausgezeichnet. Seit 1995 ist V. Landsbergis der Vorsitzende des Organisationskomitees des internationalen Preisausschreibens für Organisten und Pianisten.
Wurde am 3. Juni 1988 zum Mitglied der Initiativgruppe der Bewegung "Sàjûdis" und während der Sàjûdis’ Gründungstagung am 22.-23. Oktober in das Sàjûdis-Parlament und den Rat des Parlaments gewählt. Vom 25. November 1988 bis 21. April 1990 Vorsitzender des Rates im Sàjûdis-Parlament und seit dem 15. Dezember 1991 Ehrenvorsitzende von Sàjûdis. Am 1. Mai 1993, bei der Gründung der Konservativen Partei Litauens, des Vaterlandsverbandes, wurde er zu ihrem Vorsitzenden gewählt; 1995 wiedergewählt.
Am 26. März 1989 haben die Einwohner der Stadt Panevëþys ihn zum Volksabgeordneten der UdSSR gewählt und am 24. Februar 1990 zum Abgeordneten des Höchsten Rates Litauens. Am 11. März 1990 wurde Vytautas Landsbergis zum Vorsitzenden des Höchsten Rates der Republik Litauen gewählt, er wurde zum Führer des Staates und leitete die Sitzung des Parlaments, während der die wiederhergestellte Unabhängigkeit der Republik Litauen erklärt wurde.
1990-1992 einer der Leiter des Rates der Ostseestaaten und 1990-1991 Vorsitzender des Ausschusses für die Vorbereitung des Entwurfs der Verfassung der Republik Litauen. Unter seiner Leitung wurde das Projekt der Verfassung endlich vorbereitet und für die Wahlen im Herbst 1992 vorgelegt. Nach der Annahme im Referendum hat er die Verfassung Litauens am 6. November 1992 für in Kraft getreten erklärt. Außerdem war V.Landsbergis 1990-1991 Vorsitzender der staatlichen Delegation für die Verhandlungen mit der UdSSR. Unter seiner Leitung hat Litauen der UdSSR-Blockade und der bewaffneten Gewalt widerstanden und die internationale Anerkennung der wiederhergestellten Unabhängigkeit Litauens erzielt sowie jenes Abkommen mit Rußland erzielt, das den Abzug der Sowjetarmee aus Litauen betrifft.
Während der Wahlen in Oktober-November 1992 wurde Vytautas Landsbergis zum Mitglied des Parlaments der Republik Litauen gewählt. Danach wirkte er als Führer der Opposition im Parlament, gemäß des Beschlusses über die Eintracht des Vaterlandes. Auch war er Mitglied der Delegation Litauens in Parlamentassembly des Europarates und Mitglied der Delegation Litauens in Assembly der Ostsee.
Während der Wahlen in Oktober-November 1996 wurde er zum Mitglied des Parlaments von einem Dorfbezirk bei Kaunas und am 25. November 1996 zum Vorsitzenden des Parlaments der Republik Litauen ausgewählt.
Die gesellschaftlich-politische Tätigkeit von Vytautas Landsbergis hat die Aufmerksamkeit der Welt geweckt. 1991 wurden ihm folgende Preise verliehen: Friedenspreis des Norwegischen Volkes, Foundation de Future Frankreichs, Vydûnas-Fonds USA, Preis des internationalen Freiheitsfonds Großbritannien. 1992 Herman-Ehlers-Preis in Deutschland und 1994 den 9. internationalen Ramon-Liull-Preis des Kulturfonds Katalonien. Auf der Grundlage des norwegischen Preises hat er den Vytautas-Landsbergis-Fonds gegründet, eine wohltätige Organisation, die sich um invalide Kinder, ihre Kuren sowie junge Künstler kümmert.
1991 wurde V. Landsbergis zum Ehrendoktor für Recht an der Universität Loyola, Chicago, ernannt und 1992 zum Ehrendoktor für Philosophie an der Vytautas Magnus Universität Kaunas, Litauen, sowie zum Doktor der Geisteswissenschaften an der Weber-Universität Ogden, USA. 1992 wird er als Doktor für Recht an der Universität Yale nominiert, aber wegen der Angelegenheiten der staatlichen Wichtigkeit konnte er an der Zeremonie der Verleihung nicht teilnehmen.
Die Frau von Vytautas Landsbergis, Graþina Ruèytë-Landsbergienë, ist Pianistin, Dozentin der Litauischen Musikakademie. Zwei Töchter, Jûratë und Birutë, sind Musikerinnen. Der Sohn Vytautas ist Literat und Filmregisseur.