DAS ALTE BUCH IN LITAUEN

16.–18. Jahrhundert

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BIBLIOTHEK  DER UNIVERSITÄT VILNIUS 

 

 

Das alte Buch in Litauen

16.–18. Jahrhundert

Ausstellungskatalog

 

baltos lankos

Ausstellung  und Katalog wurden zusammengestellt von  Alma Braziûnienë
Herausgeber: Birutë Butkevièienë, Prof. D. Domas Kaunas, Irena Krivienë
Grafische Gestaltung  Eugenijus Karpavièius
Übersetzung ins Deutsche  Antanas Gailius
Die Finanzierung dieser Publikation übernahm der Staatliche Festausschuss zur 450-Jahr-Feier des ersten litauischen Buches

Inhalt und Katalog Tekst

© Bibliothek der Universität Vilnius , 1997
© Baltos lankos, 1997


  Vorwort

 Die Austellung “Das alte Buch in Litauen. 16.–18. Jahrhundert” ist dem 450. Jahrestag des ersten litauischen Buches, dem Katechismus von Martynas Maþvydas (Martinus Mosvidius) gewidmet, das 1547 in Königsberg gedruckt wurde. Litauen begeht dieses Datum mit einem Staatsakt, zu dessen Durchführung ein vom Seimas der Republik Litauen ernannter Staatlicher Festausschuss beauftragt worden ist. Das Festprogramm umfasst neben anderen Maßnamen die Verewigung des Andenkens von Maþvydas und ein spezielles verlegerisches Programm, zu dem die Mosvidiana, Publikationen von Schriftdenkmälern des 15.-18. Jahrhunderts, Dokumentationen des Forschungsstandes sowie Ausstellungen gehören.
 
Dieses ehrwürdige Jubiläum wird nicht nur in Litauen begangen. Es ist auch in die UNESCO-Liste der Gedenktage aufgenommen worden. 1997 sind bereits feierliche Veranstaltungen aus diesem Anlass in Prag, Thorn, in der Kongressbibliothek Washington und anderorts durchgeführt worden. Zu diesen internationalen Veranstaltungen gehört auch unsere Ausstellung.
 
Mit dieser Ausstellung versuchen wir, einen Abschnitt der alten litauischen Kultur des 16.-18. Jahrhunderts vor Augen zu führen. Die Kulturschätze, die in der Bibliothek der Universität Vilnius gesammelt worden sind, bieten uns diese Möglichkeit. Denn die 1570 gegründete Universität Vilnius und ihre Bibliothek galten seit Beginn ihres Bestehens als das kulturelle Zentrum nicht nur von Vilnius, sondern von ganz Litauen und der Nachbarländer. Hier war ein Sammelpunkt der Intellektuellen, von hier aus wurden wissenschaftliche Ideen verbreitet. In Vilnius kreuzten sich die Wege der litauischen, slawischen, jüdischen und germanischen Kultur. Das Schicksal der Universität und ihrer Bibliothek im Laufe der Jahrhunderte versinnbildlicht das Schicksal des litauischen Staates, es umfasst sowohl die Höhepunkte als auch die schlimmen Phasen der geschichtlichen Entwicklung: Kriege, Brände und Plünderungen. Großen Schaden fügten der Bibliothek die Brände in Vilnius 1613, 1737 und 1748 sowie die Kriege Mitte des 17. Jahrhunderts zu. Ein besonders schwerer Schlag traf sie 1832, als die russische Regierung die Universität Vilnius schloss und die Bibliothek auf verschiedene russische Städte (Petersburg, Kiew, Charkow) verteilte. Erst in den fünfziger Jahren unseres Jahrhunderts gelang es, einen Teil der alten Schätze der Universitätsbibliothek zurückzubekommen.
Zur Zeit werden in der Universitätsbibliothek Vilnius über fünf Millionen Bände aufbewahrt. Darunter befinden sich etwa 180.000 alte Drucke aus dem 16.-18. Jahrhundert, über 200.000 Handschriften und etwa 8000 alte Grafiken. Dieses Kulturerbe ist nicht nur für Litauen, sondern für ganz Europa, vor allem Ost- und Mitteleuropa, wichtig. Es bildet einen untrennbaren Bestandteil des europäischen Kulturlebens im 16.-18. Jahrhundert.
 
Die Austellung “Das alte Buch in Litauen. 16.–18. Jahrhundert” stellt einen Versuch dar, die ursprüngliche Geschichte des gedruckten Buches in Litauen sowie die Anfänge und die Entwicklung des Buchdrucks in litauischer Sprache in Kleinlitauen wie auch im Großfürstentum Litauen zu schildern. Unser Ziel war, die litauischen Druckereien und die Themenvielfalt der hier gedruckten Bücher, ihre künstlerische Ausstattung und Einbände zu zeigen. Wir haben versucht, die bedeutendsten und gleichzeitig die typischsten Druckwerke auszuwählen. Ausgestellt werden auch Bücher, die nicht in Litauen, sondern in anderen europäischen Städten gedruckt, jedoch von litauischen Intellektuellen geschaffen wurden.
 
Wie bereits erwähnt, wurde die Mehrheit der Ausstellungsgegenstände (sowohl Originale als auch Reproduktionen) den Beständen der Universitätsbibliothek Vilnius entnommen. Deshalb konnten einzelne Themen nicht immer vollständig ausgeschöpft werden. Es werden diejenigen Gegenstände ausgestellt, die den Veranstaltern zur Zeit zugänglich sind. Bei der Festlegung der Thematik der litauischen Bücher ist die Zuordnung des einen oder anderen Buches zu einem bestimmten Wissenschaftszweig als relativ zu betrachten. Im Katalog wird der Terminus “Buch” im weiteren Sinne gebraucht. Mit diesem Terminus wird nicht nur der Typ des gedruckten Buches bezeichnet, sondern er wird auch für Periodika und Kalender verwendet. Am Ende jeder Beschreibung wird die entsprechende Katalognummer der Universitätsbibliothek Vilnius angegeben.
 
Wir waren bestrebt, die Personennamen im Katalog in der Form anzugeben, in der sie im Original des Buches stehen. Eine Ausnahme bilden die Autoren, die litauisch geschrieben haben und diejenigen Vertreter der litauischen Politik, Wissenschaft und Kultur, deren Namen in litauischer Form bereits eine lange Tradition haben (z. B. Mikalojus Daukða, Konstantinas Sirvydas u. a.). In anderen Fällen werden beide Formen der Personennamen (die lithuanisierte und die im Original stehende) parallel angegeben.
 
Das Literaturverzeichnis wurde auf die wichtigsten und bedeutendsten Quellen begrenzt, da die Ausstellung der Geschichte des Buches gewidmet und für ausländische Besucher und Leser geplant worden ist.
 
Die Ausstellung und der Katalog sind durch die engagierte Mitarbeit aller Angestellten der Abteilung für seltene Drucke zustande gekommen, doch gilt mein besonderer Dank Asta Krakytë, die den Abschnitt “Druckereien im Großfürstentum Litauen” vorbereitet hat, Sondra Spieèiûtë, die den Text am Computer geschrieben hat, und Virginija Galvanauskaitë, die die meiste organisatorische Arbeit geleistet hat. Für wertvolle Anmerkungen und Ratschläge möchte ich auch den Gutachtern Dr. Eugenija Ulèinaitë, Dr. Sigitas Narbutas und Dr. habil. Domas Kaunas an dieser Stelle danken.

Alma BRAZIÛNIENË

Ausstellung "Das alte Buch in Litauen 16.–18.  Jahrhundert"


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