Jûratë TRILUPAITIENË

M. MAÞVYDAS UND DIE ERSTEN LITAUISCHEN                         GESANGBÜCHER

 

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Die Arbeiten von Martynas Maþvydas, dem Urheber des litauischen Schrifttums, sind eng mit der protestantischen Musik verbunden. Das von ihm vorbereitete und 1547 in Königsberg gedruckte erste litauische Buch "Catechismusa prasty szadei" enthält 11 damals am meisten verbreiteten lutheranischen Lieder, die in die litauische Sprache übersetzt waren; und 10 davon wurden mit den Noten veröffentlicht.

Dieses erste litauische Buch war zugleich auch die erste litauische Ausgabe der Noten - das erste Gesangbuch, seit dem die Geschichte der Gesangbücher des Klein- und Großlitauens begann.

Die Gesänge für das erste litauische Buch, ebenso wie für die später herausgegebenen Gesangbücher sollten im Großlitauen in der Zeit in die litauische Sprache zu übersetzen und zu sammeln begonnen, als sich der Lutheranismus hier verbreitete, besonders nachdem A.Kulvietis 1539 die Schule in Vilnius gegründet hatte. Doch bald wurden die Verkünder des Lutheranismus Großlitauen zu verlassen und die begonnenen Arbeiten in Kleinlitauen fortzusetzen.

Nach dem Tode M.Maþvydas (1563) kümmerte sich B.Vilentas um die Bildung und Herausgabe der litauischen Gesangbücher. Er benutzte den von M. Maþvydas anhehäuften Stoff, ergänzte ihn und gab "Gesmes Chriksczoniskas" heraus - das Gesangbuch, dessen erster Teil 1566, zweiter Teil - 1570 in Königsberg erschienen.

Die Tätigkeit des M.Maþvydas und anderer Urheber des litauischen Schrifttums, die Struktur der von ihnen vorbereiteten Gesangbücher, Die Wahl der Gesänge sowie die Besonderheiten ihrer Notation sind eng mit der Entwicklung der protestantischen Musik in Deutschland verbunden. In den schon erwähnten von Maþvydas und Vilentas vorbereiteten Gesangbüchern wurden die populärsten Hymnen, solche wie "Veni Creator spiritus", "A solis ortus cardine", "Pange lingua", u.a. in die litauische Sprache übersetzt und gedruckt. Die aus den Sekventionen des Grigalchorals stammenden Gesänge "Grates nuns omnes", "Victimae paschali laudes", "Veni Sancte Spiritus" , die aus dem Repertoire der Lieder der Bohemischen Brüder stammenden Gesänge: "Surexit Christus hodie", "Jesus Christus unser heyland" und viele andere Gesänge wurden in die litauische Sprache übersetzt mit der Angabe der Quelle und manchmal auch die Autorschaft.

In den von Maþvydas und Vilentas vorbereiteten Gesangbücher bei manchen Gesängen wurde angegeben, das sie den Schülern bestimmt sind ind in "Gesmes Chriksczoniskas" 2.Teil wurde das einzige in den litauischen Gesangbüchern vierstimmige populäre Schulgesang   gedruckt "Vitamquae faciunt beatiorem". In diesem Teil des Gesangbuches wurden die Angaben über die Ordnung des Singens sowie die Stelle der Musik in der Zeremonie vorgelegt. Diese ersten litauischen Gesangbücher ihre Gesänge wurden zu der Grundlage für das Vorbereiten der späteren Gesangbücher des 16.-17.Jhs. in Kleinlitauen.

Heute gibt das erste litauische Buch, als ein bedeutendes Kulturdenkmal des 16.Jhs., die neuen Ideen und Begeisterung den Schöpfern. Die Komponisten interpretieren auf eigegne Art und Weise sowie benutzen die Gessänge aus dem ersten litauischen Buch und schreiben eigenartige Werke. Zum Beispiel das Werk "Martyno Maþvydo Pradestyse giessmes schwentas"  (1996) von Vytautas Juozapaitis ist der 450-Jahr-Feier des ersten litauischen Buches gewidmet.

Für die Feier dieses Tages fand auch das Seminar der ökumenischen kirchlicchen Musik in Nidden statt.

Quellen:

  1. J. Trilupaitienë. M.Maþvydas und die musikalische Kultur der Reformierten. // Pergalë. 1985, Nr. 10.
  2. J. Trilupaitienë. Über das erste Aufschreiben des litauischen Volksliedes. // Muzika. 1986, Nr. 6.

Über die Misikologin  Dr.Jûratë TRILUPAITIENË

Anhang:

 
"Der Gesang der Lietuvininkai"
ein 31-Sekunden-Auszug
Aufgenommen 1967 in Ðyðkrantë, im Gebiet Ðilutë.
Die Aufnahme wird im Archiv der Ethnomusikologie der Musikakademie Litauens aufbewahrt,
KF 5137

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